Design Thinking

On September 21, 2016 by Ilka Kuhagen

Design Thinking braucht qualitative Forschung!

40583639 - design thinking mind map concept

Design Thinking ist ein Prozess um systematisch, basierend auf Nutzererfahrungen und Bedürfnissen, Innovationen zu entwickeln. Damit werden Innovationen erfolgreicher, denn in jeder Stufe der Entwicklung eines neuen Produktes/Services findet eine Rückkoppelung mit Kunden zur Optimierung des Angebots statt

Als ich im Juni dieses Jahres an einem Kurs zu diesem Thema am Creative Problem Solving Institute in Buffalo (USA) teilnahm, wurde mir klar, dass Qualitative Forschung eine wertvolle Grundlage für jede einzelne Stufe in diesem Prozess liefert.

Dafür haben Sie folgende Möglichkeiten:

  1. Verstehen der Kunden: Was erleben Kunden und potentielle Kunden (auch diejenigen, die sich bisher gegen das Produkt entschieden haben!) an allen Punkten des Kontaktes mit dem Produkt /Service. Wo liegen die Schmerzpunkte, wo sind wichtige Wende- und Entscheidungspunkte? Das Aufzeichnen und visualisieren der Customer Journey, mit allen Einflussfaktoren und Triggerpunkten ist das Ergebnis einer genauen Beobachtung und Befragung z.B. mit:
    • Zur Identifikation:
      • Tagebücher
      • Ethnographische Interviews
      • Befragung des Umfelds: Freunde, Familie, pflegende Angehörige, Sprechstundenhilfen und Ärzte
    • Zur Vertiefung:
      • Dyaden mit Mutter/Kind, Patient/Pfleger, Ehepartner
      • Gruppendiskussionen
      • Online Diskussionsforum
  1. Aufbau von Empathie: Designer sollten die Gefühle und Emotionen nicht nur verstehen, sondern mitfühlen und wirklich in die Schuhe der Kunden schlüpfen. Die Grundlage dafür liefert die qualitative Marktforschung, anhand von Beobachtungen (in-home Interviews, online oder mobile Dokumentation), begleitetes Einkaufen, und vertiefenden Interviews mit projektiven Verfahren.  Das Ergebnis ist eine Empathie Map oder die Definition von Personas von Kundentypen mit konkreten Bedürfnissen und Verhaltensmustern, mit Videos und Fotos dokumentiert.
  1. Ideenfindung: Nutzer und Kunden sind auch voller Ideen. Oft haben sie sogar selbst schon Lösungen gefunden. Ein Ideen Workshop kann in kurzer Zeit viele neue Aspekte und Hinweise für die Designer liefern, die anschließend geclustert, bewertet und priorisiert werden.
  1. Basteln von Prototypen: Mit Papier, Kleber, Schere und vielen kreativen Materialien können Probanden im Rahmen einer Gruppendiskussion Prototypen gestalten und wichtige Produkteigenschaften darstellen und kennzeichnen. Während des Gestaltungsprozesses werden diese diskutiert und konkretisiert, manchmal noch weiterentwickelt.
  1. Storytelling: Probanden beschreiben für das neue Produkt/Service ganz konkrete Nutzungssituationen und die relevanten Produktvorteile in diesen Momenten.
  1. User Experience: Beobachtung wie ein Kunde das Produkt auspackt, anwendet/verwendet/konsumiert. Nicht nur im Internet (Website Tests), sondern in ganz konkreten realen oder simulierten Anwendungssituationen. Das Verhalten wird dann anschließend in vertiefenden Untersuchungen hinterfragt und diskutiert.
  1. Und dann braucht Design Thinking natürlich das, was Qualitative Forschung bisher immer schon bietet: die Konzepttests, Produkttests, Werbetests um die Prototypen und Konzepte mit Verbrauchern und Nutzern auf die Wirkung zu testen.

Nutzen auch Sie die Methoden und Möglichkeiten der qualitativen Forschung im Rahmen der Innovation. Beziehen Sie bereits in den frühen Stufen der Innovationsentwicklung die potentiellen Nutzer mit ein.

IKM hat einen Start-Up über 9 Monate mit Feedback von potentiellen Kunden begleitet. Damit konnte der Service für die relevante Zielgruppe maßgeschneidert und rechtzeitig Kurskorrekturen veranlasst werden. Der Ablauf in einem Poster auf der World Wilde Conference of Qualitative Research in Budapest (2014) präsentiert.  Mehr dazu hier: http://thinkglobalqualitative.com/exploring-a-mini-world-for-maxi-insight/

 

___________________________________

40583639 – design thinking mind map concept

 

Comments are closed.